Schreibwettbewerb: Das gefällt mir!

Jury wählt Texte von funktionalen Analphabeten aus – Was verbindet einen bekannten Schauspieler, den Pressesprecher eines Telekommunikationsunternehmens und einen Kinderautor, der erst als Erwachsener das Lesen und Schreiben gelernt hat? Die Antwort: Alle drei sind Jurymitglieder in einem Schreibwettbewerb, den der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung durchführt. Das Besondere: Teilnehmen dürfen nur Kursteilnehmer in Alphabetisierungskursen.

Heio von Stetten macht nun schon zum zweiten Mal in der Jury mit. Der Schauspieler, der bisher in mehr als 70 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen war, hat in Gesprächen mit Betroffenen erfahren, wie schwierig ein Leben ohne Lesen und Schreiben ist. Aber er kennt auch die erfolgversprechenden Lernkarrieren: „Wer sich auf den Weg zur Schrift macht, dem öffnet sich eine neue Welt.“ Tim-Thilo Fellmer kann sich als ehemaliger Betroffener noch gut an die Zeit erinnern, als er selbst mit der Schrift auf Kriegsfuß stand. Nach dem erfolgreichen Besuch von Lese- und Schreibkursen ist er als Kinderbuchautor tätig und setzt sich dafür ein, anderen Erwachsenen Mut zum Lernen zu machen. Für sein Engagement wurde er im Jahr 2009 zum Botschafter für Alphabetisierung ernannt. Als Vertreter der E-Plus Gruppe macht Martin Reinicke die Jury komplett. Sein Unternehmen ist Sponsorpartner des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung: „Ohne Lese- und Schreibkompetenzen ist die Teilhabe in unserer Wissensgesellschaft kaum möglich.“

Beim diesjährigen Schreibwettbewerb bestand die Aufgabe darin, ein Foto und einen Text zum Thema „Das gefällt mir“ einzureichen. Die Preisträger werden im November eine Reise in das Fünf-Sterne-Hotel Concorde Berlin antreten.

Weitere Informationen:

Kontakt:
Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.
Peter Hubertus, Geschäftsführer
Fon: +49 (0)2 51.49 09 96-0
Funktionaler Analphabetismus:

In Deutschland verfügen über sieben Millionen Erwachsene über so geringe Lese- und Schreibkenntnisse, dass sie als funktionale Analphabeten gelten. Mehr als 14 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung können zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, nicht jedoch kurze Texte.

„Ich rase montags nach Beckum zum Lernen und Lesen und Schreiben. Ich muss 2 Stunden lernen bis 7 Uhr.“ (Franz, Kursteilnehmer, 48 Jahre)

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